00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Ausversehenautorin.
00:00:05: Ich freue mich riesig, dass ihr wieder eingeschalten habt!
00:00:08: In den letzten beiden Folgen ging es bei mir ziemlich viel um die Familie – erst darum, dass es unserem fünf Personenhaushalt plötzlich ein sechs-Personenhaushall geworden ist.
00:00:18: Danach ging es uns loslassen, um Kinder, die größer werden, ihren eigenen Weg gehen und uns Eltern manchmal ganz schön schlucken lassen.
00:00:26: Und während ich die beiden Folgen aufgenommen habe, ist mir eine Frage immer wieder durch den Kopf gegangen.
00:00:32: Was ist eigentlich ein Zuhause?
00:00:34: Ich meine nicht nach Adresse oder das Haus oder Wohnung oder die Wände wie auch immer sondern das Gefühl man fühlt sich etwas wie zu Hause an.
00:00:47: Ich glaube, früher hätte ich ganz anders geantwortet.
00:00:51: Als Kind war zu Hause einfach da wo mein Zimmer war, wo mein Bett stand, wo meine Sachen lagen, wo ich wusste wo die Kekse stehen und welcher Schrank beim Aufmachen immer dieses komische Geräusch macht.
00:01:02: als Erwachsener merkt man plötzlich dass das gar nicht so einfach ist.
00:01:06: Man kann in einem wunderschönen Haus wohnen und sich trotzdem irgendwie fremd fühlen.
00:01:11: Man kann mit sechs Menschen in einem Haus leben, überall liegen Schuhe herum, irgendjemand sucht wieder sein Ladekabel und in der Küche diskutieren drei Leute gleichzeitig darüber was die denn essen möchten.
00:01:23: Und trotzdem denkt man sich ja genau hier gehöre ich hin!
00:01:27: Ich finde das irgendwie total verrückt.
00:01:29: früher dachte ich immer zu Hause muss ordentlich sein.
00:01:32: Mittlerweile denke ich, wenn es ordentlich ist sind wahrscheinlich alle ausgezogen.
00:01:37: Ganz ehrlich!
00:01:38: Ich weiß manchmal gar nicht wie so viele Gläser in einem einzigen Haushalt benutzt werden können.
00:01:43: Wir räumen morgens die Spülmaschine aus und mittags stehen schon wieder zehn Gläse auf der Arbeitsplatte Und ich frage mich wirklich ob jeder bei uns heimlich aus jedem Zimmer ein neues Glas mitnimmt.
00:01:54: Vielleicht ist das auch sein Familiengesetz, von dem niemand erzählt hat.
00:01:58: Genau wie Socken!
00:01:59: Ich bin überzeugt davon dass Waschmaschinen einzelne Socken fressen.
00:02:03: es gibt dafür keine andere Erklärung.
00:02:05: aber wisst ihr wenn ich abends durchs Hauslaufe und überall höre das Leben stattfindet hier unterhält sich jemand und da lacht jemand und im nächsten Zimmer läuft Musik.
00:02:16: irgendwo fragt jemand was gibt's eigentlich noch zu essen?
00:02:19: dann merke ich dass genau dieses Chaos irgendwann fehlen würde.
00:02:23: Ich glaube nämlich zu Hause klingt.
00:02:28: Es klingt nach Stimmen, nach Türen die auf und zu gehen, nach jemandem der ruft Mama oder Angie?
00:02:35: oder wo ist mein Ladekabel?
00:02:38: Wo ist mein
00:02:39: Handy?!
00:02:41: Den Satz muss man eigentlich gar nicht zu Ende sprechen weil als Eltern weiß man sowieso nie wo irgendwas ist aber man soll es bitte trotzdem finden.
00:02:50: Ich glaube, wir Eltern haben heimlich einen Beruf von dem wir noch gar nichts wussten.
00:02:54: Wir sind nämlich professionelle Suchmaschinen nur ohne Internet.
00:03:00: Dabei fällt mir auf das Zuhause für mich nie bedeutet hat dass alles perfekt läuft.
00:03:04: ganz im Gegenteil.
00:03:06: Bei uns wird viel gelacht es wird auch viel diskutiert bei uns wird sich auch echt oft genervt angeschaut Bei uns werden die Türen etwas fest dazu gemacht, als eigentlich nötig wäre und fünf Minuten später fragt trotzdem wieder jemand ob der andere vielleicht mit ist.
00:03:23: Ist das nicht eigentlich Familie?
00:03:25: Nicht perfekt sein sondern wissen dass man sich trotz alledem liebt hat.
00:03:31: in den letzten Tagen habe ich sehr oft darüber nachgedacht warum mich darüber freue das Motte erstmal bei uns wohnt.
00:03:37: natürlich verändert sich unser Alltag Natürlich braucht alles seine Zeit und natürlich ist alles voller geworden, aber ich habe nie gedacht jetzt wird es eng.
00:03:48: Ich hab immer gedacht gut dass er weiß wo er hin kann.
00:03:52: Und ich wünsche mir so sehr das das für alle unsere Kinder irgendwann selbstverständlich ist.
00:03:57: Dass sie egal ob sie acht, achtzehn, achtunddreißig sind einfach wissen wenn irgendwas ist dann ist hier dein Platz Und vielleicht nicht immer das größte Gästezimmer, vielleicht auch nicht der bequemste Schlafplatz.
00:04:14: Aber ein Platz im Herzen und einem Platz am Tisch!
00:04:18: Ich glaube genau das macht zu Hause aus.
00:04:21: Nicht dass es alles leicht ist damit alles perfekt läuft man sich nie streitet und keine Missverständnisse entstehen Sondern, dass niemand perfekt sein muss um willkommen zu sein.
00:04:34: Wir leben in einer Zeit in der ganz oft erwartet wird das alles funktioniert.
00:04:39: Der Haushalt muss laufen die Arbeit muss laufen Die Kinder sollen funktionieren wir Erwachsene am besten auch.
00:04:44: aber Zuhause Zu Hause darf der Ort sein an dem man eben mal nicht funktionieren muss der ort an den man sagen darf heute war Eigentlich einfach einen richtig richtig richtig blöder tag oder ich habe keine Ahnung, wie es weitergehen soll.
00:05:01: Oder einfach kann nicht kurz hier sein.
00:05:04: Ich glaube wir alle brauchen so einen Ort und manchmal sind wir selbst dieser Ort für jemand anderen.
00:05:11: Das finde ich eigentlich ein sehr schöner Gedanke Denn zu Hause ist nicht nur etwas das wir haben Zuhause ist auch etwas dass wir schenken können Mit offenen Armen mit ehrlichen Gesprächen Und einer warmen Mahlzeit Oder manchmal auch einfach nur mit dem Satz schön, dass du da bist.
00:05:28: Mehr braucht es oft gar nicht.
00:05:31: Natürlich gibt es auch Tage an denen ich mir denke jetzt hätte ich gerne mal fünf Minuten Ruhe Nur fünf ja ohne das jemand irgendwas sucht oder Hunger hat oder fragt ob ich mal kurz irgendwas könnte.
00:05:46: Ihr kennt das Und wahrscheinlich würde ich nach zehn Minuten stillen, schon wieder durchs Haus laufen und mich fragen warum alles so ruhig ist.
00:05:53: Das ist doch verrückt oder?
00:05:55: Genau über das worüber wir manchmal schimpfen würden wir irgendwann wahrscheinlich am meisten vermissen.
00:06:02: Ja die Lautstärke des Chaos, die Schuhe im Flur, die Lernmüsli-Schachteln, die Diskussion darüber wer den letzten Joghurt gegessen hat... Ich glaube irgendwann schauen wir zurück und merken, dass genau das die Momente waren aus denen unser Zuhause bestanden hat.
00:06:20: Nicht die frisch gewüschenden Boden oder die perfekt gefaltete Wösche sondern das was dazwischen liegt – das Leben dazwingen.
00:06:29: Vielleicht hört diese Folge gerade jemand der sich im Moment gar nicht zu Hause fühlt vielleicht weil gerade vieles um Umbruch ist oder bei jemand fehlt Vielleicht weil ein neuer Lebensabschnitt beginnt, dann möchte ich euch heute etwas mitgeben.
00:06:44: Zu Hause muss nicht immer ein Ort sein.
00:06:46: Manchmal ist zuhause ein Mensch, manchmal eine Familie, manchmal einen Hund der sich jedes Mal freut wenn man durch die Tür kommt oder manchmal der Geruch von Kaffee am Morgen oder das Gefühl endlich die Schuhe ausziehen und zu wissen jetzt muss ich gerade gar nichts mehr.
00:07:05: Vielleicht ist zu Hause am Ende einfach der Ort, an dem wir sein dürfen wie wir sind.
00:07:10: Mit unseren guten Tagen mit den schlechten, mit unseren Fehlern unserem Chaos, unserem Lachen und genauso wünsche ich mir unser Zuhause nicht perfekt, nicht geschniegelt – einfach echt lebendig und warm!
00:07:27: Ein Ort, in dem unsere Kinder egal wie alt sie irgendwann sind immer zurückkommen
00:07:32: können.".
00:07:33: nicht weil sie es müssen, sondern weil Sie wissen dass sie bekommen sind und ich glaube wenn uns das gelingt dann haben wir als Familie ziemlich viel richtig gemacht.
00:07:44: Danke, dass ihr heute wieder ein Stück meines Weges begleitet habt!
00:07:48: Mich würde heute ganz besonders interessieren was bedeutet zu Hause für euch?
00:07:52: ist es ein Ort?
00:07:53: Ein Mensch?
00:07:53: Ein Gefühl oder vielleicht etwas ganz anderes?
00:07:57: Schreibt mir das unten.
00:07:58: Ich freue mich immer über eure Nachrichten und lese wirklich jeder Einzelne.
00:08:03: Ich wünsche euch jetzt einen wunderschönen Tag, passt gut auf euch auf!
00:08:06: Passt auf die Menschen auch, die euch wichtig sind.
00:08:08: Bis zum nächsten Folge von Außersehen Ottworen.