00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Ausversehen Outworren.
00:00:04: Schön, dass ihr wieder da seid!
00:00:07: Heute möchte ich über eine Frage sprechen die wahrscheinlich viele Eltern kennen.
00:00:11: Wann bin ich eigentlich dran?
00:00:14: Und bevor jetzt jemand denkt das sich meine Familie nicht gern um mich habe doch sehr sogar meistens.
00:00:21: aber es gibt Tage an denen ich das Gefühl habe Ich bin nicht nur Angie Ich bin Mama, Ehefrau, Ansprechpartnerin, Organisatorin, Terminplanerin, Kühlschrankmanagerin, professionelle Finderin von Gegenständen die angeblich überall gesucht wurden und dann direkt vor dem Kind liegen.
00:00:41: Und irgendwo dazwischen bin ich auch noch Autorin, Podcasterin und Musikerin – zumindest auf dem Papier!
00:00:47: In der Realität stehe ich manchmal mit einem Böschekopf in der Hand im Flur und frage mich, wann genau ich heute eigentlich meine kreative Karriere stattfinden lassen wollte.
00:00:58: Ich glaube wir sprechen oft darüber wie wichtig Familie ist – und das IST sie definitiv!
00:01:03: Aber wir sprechen weniger darüber dass man sich in all diesen Aufgaben manchmal selbst verliert.
00:01:09: Ne also nicht von heute auf morgen.
00:01:11: es passiert eher schleichend….
00:01:13: Man verschiebt etwas Heute geht es nicht, morgens ein Termin.
00:01:17: Übermorgen braucht ein Kind Hilfe Dann ist Wochenende, dann sind Ferien, dann ist jemand krank, dann kommt Besuch Und plötzlich stellt man fest dass das eigene Projekt seit drei Wochen darauf wartet Dass man sich wieder daran erinnert.
00:01:31: Meine Bücher kennen das inzwischen.
00:01:33: Die sind vermutlich schon einer Selbsthilfegruppe.
00:01:36: Hallo!
00:01:37: Ich bin Alice Manuskript und Angie hat mich seit zwölf Tagen nicht geöffnet.
00:01:42: Hallo Ellie Sirius würde natürlich nichts hingehen.
00:01:46: Der wurde behaupten, er brauche keine Hilfe und gleichzeitig allen drei Kapitelnang vorhalten, dass sie ihn vergessen haben.
00:01:53: Ja ja... Aber darum geht es hier eigentlich gar nicht!
00:01:56: Es geht um dieses schlechte Gewissen sobald man etwas für sich machen möchte Wenn man Zeit zum Schreiben braucht eine Stunde alleine sein möchte Wenn ein Projekt hat das Geld kostet Ein Ausschlag ohne Kinder.
00:02:11: einfach mal Ruhe.
00:02:13: Sofort meldet sich im Kopf diese Stimme, solltest du nicht lieber etwas mit der Familie machen.
00:02:19: Müsstest du nicht noch dies oder das erledigen?
00:02:22: Ist es egoistisch jetzt die Tür zu schließen und zu sagen ich möchte eine Stunde nicht gestört werden?
00:02:28: Nein!
00:02:28: Nein ist es nicht!
00:02:30: Das kann ich sehr vernünftig sagen.
00:02:33: Es selbst zu glauben ist eine andere Geschichte.
00:02:36: Ich glaube gerade Mütter sind unglaublich gut darin die Bedürfnisse aller anderen sofort zu erkennen.
00:02:42: Das Kind ist müde, der Mann es erschöpft.
00:02:44: Jemand hat Hunger, jemand braucht Ruhe, jemand braucht ein Gespräch und wenn wir selbst an der Reihe sind sagen wir ach das geht schon Und dieser Satz is echt gefährlich Geht schon bedeutet häufig Es geht eigentlich nicht aber ich hab gerade keine Zeit mich darum zu kümmern.
00:03:00: Wie funktionieren also weiter Bis wir irgendwann merken dass wir gereizt sind Dass wir müde sind, dass wir uns leer fühlen?
00:03:08: oder lass uns selbst Dinge Kein Spaß mehr machen, die wir eigentlich lieben und dann wundern wie uns.
00:03:15: Dabei kann man nicht dauerhaft aus einer leeren Tasse ausschenken – das ist ein schöner Satz oder?
00:03:22: Meine Tasse ist allerdings meistens nicht leer so nach kalt aber das Prinzip bleibt dasselbe eigene Träume sind keine Konkurrenz zu Familie.
00:03:32: Das musste ich lernen.
00:03:33: Mein Schreiben nimmt meinen Kindern nichts weg.
00:03:36: mein Podcast bedeutet nicht, dass ich weniger Mama bin.
00:03:39: Meine Musik bedeutet nicht, dass mir andere Dinge unwichtig sind im Gegenteil.
00:03:43: Diese Sachen gehören zu mir und wenn ich sie dauerhaft wegdrücken würde fehlt irgendwann ein Teil von mir.
00:03:50: Ich möchte meinen Kindern auch nicht vorleben.
00:03:52: das Erwachsenen sein bedeutet alle eigene Wünsche aufzugeben Dass man irgendwann nur noch zuständig ist Das man nur noch funktionieren muss Und nur noch für andere lebt.
00:04:03: Ich möchte, dass Sie sehen Mama liebt uns, Mama ist für uns da Aber Mama hat auch Ihre Sachen.
00:04:11: Vielleicht verstehen Sie nicht jede davon und das müssen sie auch nicht, ne?
00:04:15: Vielleicht sind sie auch gelegentlich genervt wenn ich schon wieder über ein Buch rede... Das ist ihr gutes Recht!
00:04:21: Ich verstehe schließlich auch nicht jedes YouTube Video dass mir ausführlich erklärt wird aber ich höre es mir trotzdem an Meistens.
00:04:29: Ich finde den Gedanken schön, dass Kinder lernen dürfen, dass Erwachsene nicht fertig sind.
00:04:34: Wir entwickeln uns weiter wir probieren Neues aus und wir dürfen scheitern!
00:04:38: Wir dürfen Dinge anfangen obwohl wir nicht wissen ob sie erfolgreich werden.
00:04:43: Ich wusste nicht, wohin mich das Schreiben führt.
00:04:46: Ich wusse nicht, ob überhaupt jemand meine Bücher liest.
00:04:49: Ich wüsste auch nicht, dass jemand meinen Podcast hören würde.
00:04:52: und jetzt haben wir über µDoubloxen.
00:04:56: Offenbar gibt es tatsächlich Menschen die freiwillig zuhören wenn ich über kalten Kaffee und beleidigte Figuren fiehehehe über beleidigende Figuren spreche.
00:05:06: Das hätte ich vorher auch nicht gewusst.
00:05:09: Natürlich braucht Familie Zeit und manchmal müssen die eigenen Projekte warten.
00:05:14: Das ist nur mal die Realität, wenn ein Kind mich wirklich braucht dann setze ich mich nicht hin und sage Entschuldigung, Mama hat heute eine kreative Selbstverwirklichung von vierzehn bis sechs zehn Uhr.
00:05:27: so funktioniert das Leben nicht.
00:05:28: aber es darf auch Phasen geben in denen Ich sage jetzt bin ich dran Nicht für immer und auch nicht den ganzen Tag vielleicht nur eine Stunde.
00:05:38: Eine Stunde, in der ich nicht zuerst frage was alle anderen brauchen.
00:05:42: Eine Stunde ,in der ich schreibe aufnehme Musik mache oder einfach nichts tue Denn auch Ruhe kann etwas sein das nur mir gehört.
00:05:51: Ich glaube dass schwierige ist diesen Platz nicht erst dann einzufordern wenn man schon vollkommen erschöpft ist.
00:05:59: Dann kommt meistens nicht besonders viel drumrum.
00:06:04: Dann sagt man Nicht ruhig, ich brauche gerade eine Pause.
00:06:09: Dann steht man mitten in der Küche, hält schon Kochlöffel und verkündet das man ab sofort In einer einsame Waldtüte zieht ohne WLAN, ohne Familie, ohne Fragen nach Essen.
00:06:20: Und fünf Minuten später denkt man naja vielleicht mit WLAN.
00:06:24: Ich brauch es schließlich zum schreiben Aber damit es nicht so weit kommt, müssen wir früher merken was fehlt.
00:06:30: Also nicht nur Schlaf oder Ruhe sondern das Gefühl auch noch eine eigene Person zu sein.
00:06:36: Ganz ehrlich Leute ich liebe es Mama zu sein aber Ich bin ebent nicht nur Mama und ich liebe Sascha.
00:06:42: aber ich Bin Nicht Nur Ehefrau!
00:06:45: Ich Bin Angela Mit meinen Ideen, mit meinen Geschichten.
00:06:48: Mit einem Kopf der selten still hält!
00:06:50: Mit Träumen die manchmal viel zu groß wirken und mit Projekten... ...die manchmal niemand außer mir verstehen kann.
00:06:57: Und das alles darf Platz haben.
00:06:59: Ich glaube sogar dass es meiner Familie gut tut wenn ich diesen Teil von mir nicht verliere Denn wenn ich schreiben kann bin ich ausgeglichener Meistens Außer.
00:07:09: eine Figur macht wieder Unsinn.
00:07:11: Dann bin ich zwar Nicht ausgeglichen, aber wenigstens kreativ beschäftigt.
00:07:21: Und wenn ich etwas geschafft habe bin ich stolz nicht nur für mich Auch weil ich meinen Kindern zeigen kann dass man ein Traum nicht aufgeben muss nur bei das Leben voll ist.
00:07:32: Man muss sich vielleicht langsamer verfolgen mit Unterbrechungen zwischen Terminen manchmal morgens manchmal nachts manchmal auch wochenlang gar nicht.
00:07:42: Aber langsamer ist nicht dasselbe wie unwichtig.
00:07:45: Es gibt natürlich auch Grenzen, manchmal ist das Leben wirklich zu laut.
00:07:49: Dann hilft kein perfekter Zeitplan.
00:07:52: dann brauche ich keine Tipps wie ich morgens eine Stunde früher ausstehen kann.
00:07:56: Ich bin müde!
00:07:57: Ich möchte nicht so früh aufstehen.
00:07:59: meine Kreativität kann gerne bis neun Uhr schlafen.
00:08:02: Dann muss man das akzeptieren, dass gerade eine andere Phase, dass grade einer andere Phase Platz hat was?
00:08:11: Ja, ich weiß.
00:08:11: Ich habe mir wieder hier ein paar Sätze hingelegt wo ich mir denke... Na ja!
00:08:17: Keine Ahnung.
00:08:24: Ich glaube die Frage wann bin ich dran muss deshalb gar nicht mit später beantwortet werden?
00:08:30: Vielleicht lautet die Antwort heute für zehn Minuten morgen dann eine halbe Stunde am Wochenende etwas mehr.
00:08:40: Es ist nicht perfekt und auch nicht immer planbar, aber man muss sich bewusst machen.
00:08:45: Und vielleicht müssen wir auch lernen Hilfe anzunehmen?
00:08:49: Das fällt mir nicht immer leicht!
00:08:51: Man denkt, man müsse alles selbst schaffen – die Familie, den Haushalt, die Arbeit, die Träume… und dabei bitte noch freundlich aussehen.
00:08:59: Sehr realistisch.
00:09:00: Aber Paterschaft bedeutet auch, dass nicht immer einer alles trägt.
00:09:05: Sascha hält mir oft den Rücken
00:09:06: frei.".
00:09:07: Nicht mit acht Stunden völliger Ruhe und einem persönlichen Kaffeeservice.
00:09:12: Das wäre schön!
00:09:13: Aber er nimmt meine Projekte ernst, er liest, er hört zu und er übernimmt Dinge.
00:09:18: Und manchmal erinnert er mich daran dass ich nicht nur über das Schreiben reden sondern auch hinsetzen und es tun sollte.
00:09:26: Unverschämt aber richtig.
00:09:29: Gleich hört diese Folge gerade jemand der sich selbst ebenfalls immer hinten anstellt.
00:09:33: Dann möchte ich euch etwas sagen Eure Wünsche sind nicht weniger wichtig, nur weil andere Menschen Euch brauchen.
00:09:40: Ihr müsst nicht alles sofort umsetzen!
00:09:43: Ihr dürft eure Träume ernst nehmen, ihr dürft Zeit dafür brauchen und ihr dürfte den Platz einnehmen.
00:09:49: Ihr dürfte etwas tun das keinen direkten Nutzen für die Familie hat sondern euch einfach nur Freude bereitet.
00:09:56: Das ist nicht egoistisch – das ist menschlich Denn Familie braucht nicht nur Menschen die funktionieren, Familie braucht Menschen die lebendig bleiben Mit eigenen Ideen, mit Freude, mit Träumen und vielleicht auch glegentlich mit geschlossenen Türen.
00:10:12: Danke dass ihr heute wieder zugehört habt!
00:10:15: Mich würde jetzt interessieren wann seid eigentlich ihr dran?
00:10:18: Habt ihr etwas das nur euch gehört oder sucht ihr diesen Platz gerade noch?
00:10:24: Und jetzt werde ich vermutlich etwas für mich machen nachdem ich herausgefunden habe wer schon wieder den letzten Joghurt gegessen hat.
00:10:31: man muss immerhin Prioritäten setzen.
00:10:33: Passt gut auf euch auf.
00:10:34: Bis zur nächsten Folge von Ausversehen Outworen!