Aus versehen Autorin, Geschichten zwischen Licht und Chaos

Aus versehen Autorin, Geschichten zwischen Licht und Chaos

Transkript

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00:00:00: Herzlich Willkommen zurück bei Aus versehen Autoren.

00:00:03: Schön, dass ihr wieder eingeschalten habt!

00:00:06: Heute wird es ein bisschen persönlicher – Es geht um Freundschaften die irgendwann leiser werden und Menschen, die einmal ganz selbstverständlich zu unserem Leben gehört haben und die plötzlich fehlen obwohl sie eigentlich gar nicht richtig weg sind.

00:00:20: Es gibt diese Art von Menschen die nicht wirklich weg sind und trotzdem nicht mehr da.

00:00:25: Man denkt nicht jeden Tag an sie, man vermisst sie nicht ständig und im Alltag haben sie längst keinen festen Platz mehr.

00:00:32: Und trotzdem reicht manchmal ein einziger Moment – einen Lied, ein Geruch, ein Satz, ein Bild – und plötzlich ist alles wieder da!

00:00:40: Nicht dramatisch sondern wie ein kurzeres im Alltag durch den etwas Altes widersichtbar wird….

00:00:48: …und genau dann merkt man, da ist jemand der einmal so selbstverständlich zum eigenen Leben gehört hat, dass man sich gar nicht vorstellen konnte ihn irgendwann nur noch aus der Ferne zu kennen.

00:01:00: Und ja... mir ist das auch passiert!

00:01:04: Man lebt sein Leben, man kümmert sich um die Familie den Alltag, die Arbeit und um all die kleinen und großen Dinge, die ständig Aufmerksamkeit brauchen.

00:01:13: Man schreibt Bücher in einem Podcast auf und versucht zwischendurch herauszufinden warum schon wieder niemand die leere Packung weggeworfen hat.

00:01:21: Und eigentlich ist alles vollkommen normal Bis plötzlich ein Lied läuft oder ein altes Bild auftaucht.

00:01:28: Jemand sahte etwas über das genau dieser Mensch früher gelacht hätte, oder es passiert etwas und der erste Gedanke ist – Das muss ich ihr erzählen!

00:01:37: Für einen winzigen Moment fühlte sich noch genauso selbstverständlich an wie früher bis einem einfällt dass man ihr solche Dinge Schlange nicht mehr erzählt hat.

00:01:46: Und dann kickt sie plötzlich Diese Sehnsucht.

00:01:49: Nicht vorsichtig und auch nicht besonders leise, sondern mit voller Wucht als hätte sie die ganze Zeit irgendwo gewartet und nur diesen ein klein Moment gebraucht um wieder hervorzukommen.

00:02:01: Ich glaube das Schwierige an solchen Freundschaften ist dass es oft keinen richtigen Abschied gab.

00:02:06: Kein Moment an dem man sich gegenüberstand und beschlossen hat ab jetzt nicht mehr zum Leben des Anderen zu gehören.

00:02:13: Kein klares Ende nachdem man hätte trauern und irgendwann sagen können, jetzt ist es vorbei.

00:02:19: Man wurde einfach still.

00:02:21: Erst wurden die Nachrichten weniger.

00:02:23: Aus täglich wurde irgendwann gelegentlich aus.

00:02:26: Das muss ich dir sofort erzählen, das weiß ich vermutlich gar nicht.

00:02:31: Und aus einem Menschen der einmal ganz selbstverständlich zum eigenen Leben gehörte, wurde jemand bei dem man heute erst überlegen müsste ob man sich überhaupt noch melden darf.

00:02:41: Das nennt man heutzutage wohl Auseinanderleben.

00:02:44: Ich finde dieses Wort gleichzeitig passend und viel zu harmlos, es klingt als wäre es einfach so passiert, als hätte niemand etwas davon bemerkt bis plötzlich Jahre vergangen waren – dabei gab es wahrscheinlich ganz viele kleine Momente in denen man noch hätte zugreifen können.

00:03:01: Dieses Wir müssen uns unbedingt wiedersehen das beide in diesem Moment wirklich ernst gemeint haben die Nachricht die man später beantworten wollte Der Gedanke sich endlich wieder zu melden, sobald das Leben etwas ruhiger geworden ist.

00:03:15: Nur wird das Leben nicht ruhiger... Es wird höchstens anders chaotisch!

00:03:20: Kinder werden krank, Termine stapeln sich, jemand arbeitet, jemand ist erschöpft und irgendwas braucht immer sofort Aufmerksamkeit.

00:03:28: Irgendwann ist so lange gerade viel los dass die Pause kein Ausnahmezustand mehr ist.

00:03:33: Sie wird zum neuen Alltag Und irgendwann merkt man, dass man den Alltag des Anderen gar nicht mehr kennt.

00:03:40: Vielleicht sieht man in den sozialen Medien noch Bilder oder Videos?

00:03:45: Man bekommt kleine Ausschnitte mit und hat dadurch dieses merkwürdige Gefühl, noch ein bisschen Bescheid zu wissen – aber eigentlich weiß man es nicht!

00:03:54: Man sieht nur das was auch alle anderen sehen dürfen….

00:03:58: Früher kannte man die ganze Geschichte dahinter.

00:04:01: Man wusste wann ein alles gut bedeutet, dass eben nicht alles gut war.

00:04:06: Man kannte die kleinen Eigenheiten, die Ängste und die Dinge über die sonst kaum gesprochen wurde.

00:04:11: Es gab Insider, die kein anderer Mensch verstanden hat Gespräche, die viel zu spät in der Nacht endeten Nachrichten über absolute Kleinigkeiten, die trotzdem wichtig genug waren sofort erzählt zu werden.

00:04:24: Heute müsste man wahrscheinlich erst einmal erklären, wer man inzwischen überhaupt geworden ist.

00:04:30: Und vielleicht ist es genau das was so wehtut?

00:04:33: Denn manchmal vermisst man nicht nur diesen Menschen... Man vermisst das alte Wir, diese selbstverständliche Nähe.

00:04:42: Das wissen dass irgendwo ein Mensch den man auch die unwichtigen Dinge erzählen kann weil sie dadurch plötzlich wichtig werden Ein Menschen, der die alte Version von einem kennt.

00:04:53: Nicht nur die Frau, die heute Bücherschreib Podcast aufnimmt und versucht ihr Leben irgendwie zusammenzuhalten sondern auch die Angela davor.

00:05:02: Vielleicht vermisse ich sogar manchmal die Frau oder das Mädchen dass sich damals an ihrer Seite gewesen bin.

00:05:07: Das auszusprechen fällt mir schwer Denn ein Teil von mir möchte vernünftig sein.

00:05:13: Dieser Teil sagt, dass Menschen sich verändern.

00:05:16: Das Lebenswege in unterschiedliche Richtungen gehen und nicht jede Freundschaft für immer bestehen kann.

00:05:22: Dass das zum Leben gehört und vollkommen normal ist.

00:05:25: Und ja!

00:05:26: Wahrscheinlich stimmt das alles – es hilft nur nicht gegen das Vermissen.

00:05:30: Nur bei einer Freundschaft heute nicht mehr dieselbe ist wie damals nicht weniger echt.

00:05:36: Sie hat uns begleitet geprägt durch Zeiten getragen, in denen wir sie dringend gebraucht haben.

00:05:43: Wir haben miteinander gelacht, gemeint, gestritten und

00:05:46: gelebt.".

00:05:47: Dieser Mensch gehört zu unserer Geschichte – auch wenn er heute kaum noch darin vorkommt!

00:05:55: Manchmal glaube ich das genau diese leisen Verluste besonders schwer zu begreifen sind.

00:06:01: Wenn ein Mensch stirbt eine Beziehung endet oder ein großer Streit alles zereit gießt gibt es wenigstens einen Punkt, auf dem man zeigen kann.

00:06:10: Ein Grund, ein Abschied!

00:06:12: Aber was macht man mit einer Freundschaft die nie aufgehört hat?

00:06:15: Und trotzdem nicht mehr da ist – wo legt man sie

00:06:18: hin?!

00:06:19: Wie trauert man um einen Menschen der noch lebt, dessen Leben man gelegentlich sogar aus der Entfernung sieht, den man aber trotzdem nicht wirklich kennt?

00:06:28: Vielleicht bleibt diese Freundschaft deshalb so lange irgendwo zwischen Erinnerung und Hoffnung hängen….

00:06:33: Die isst nicht mehr Teil des eigenen Alltags aber auch nie vollständig daraus verschwunden.

00:06:39: Und manchmal denke ich darüber nach, mich zu melden.

00:06:42: Eigentlich wäre es nur ein kleiner Satz – hey!

00:06:44: Ich muss da heute an dich denken.

00:06:46: Mehr nicht?

00:06:47: Und trotzdem fühlt sich dieser Satz an als würde ich eine Tür öffnen von der ich nicht weiß was dahinter auf mich wartet.

00:06:54: Vielleicht kommt eine herzliche Antwort.

00:06:56: Vielleicht ist dieses vertraute Gefühl plötzlich wieder dar.

00:07:00: Vielleicht stellt sich aber auch heraus dass wir uns noch mögen und uns trotzdem nichts mehr zu sagen

00:07:05: haben.".

00:07:06: Vielleicht sind wir inzwischen zu anderen Menschen geworden.

00:07:09: Und ich glaube, genau davor habe ich Angst.

00:07:12: Solange ich mich nicht mähde, kann ich unsere Freundschafte meiner Erinnerung so behalten wie sie mal war – warm vertraut und sicher!

00:07:19: Eine Nachricht könnte zeigen dass davon heute nicht mehr sehr viel übrig ist.

00:07:24: Sie könnte aber auch zeigen das unter all den vergangenen Jahren noch etwas liegt, was nie vollständig verschwunden ist….

00:07:30: Beides macht verletzlich... Vielleicht sitzen sogar beide Menschen auf ihren jeweiligen Seiten dieser Stille und denken manchmal ineinander.

00:07:39: Vielleicht sehen sie ein Bild, hören einen Lied und schauen zwischendurch auf dem Probier des Anderen vorbei?

00:07:45: Vielleicht überlegt jede von den beiden ganz kurz ob sie sich melden soll und traut sich dann doch nicht!

00:07:51: Weil da sind nicht nur schöne Erinnerungen... Manchmal ist eine Freundschaft nicht einfach leise auseinandergegangen.

00:07:57: Manchmal gab es Verletzungen, Missverständnisse und Dinge die nie richtig ausgesprochen wurden.

00:08:02: Vielleicht haben beide dieselbe Zeit ganz unterschiedlich erlebt?

00:08:06: Vielleicht hat man einander geliebt und trotzdem weh getan?

00:08:09: Vielleicht trägt jeder seine eigene Wahrheit darüber mit sich herum, warum es irgendwann einfach nicht mehr funktioniert hat?

00:08:16: Und dann ist ein Du fehlst mir eben nicht nur ein schöner Satz.

00:08:21: Dann hängt daran eine ganze Geschichte, einer Geschichte in der nicht alles leicht war.

00:08:26: In der beide Fehler gemacht haben, in der Nähe manchmal gut getan und manchmal wehgetan hat – in der vielleicht Grenzen verschwommen sind und Gefühle im Raum stand mit denen niemand richtig umgehen konnte.

00:08:38: Ich glaube man kann einen Menschen vermissen und trotzdem wissen das nicht alles zwischen einem Gut gewesen ist!

00:08:46: Man kann die schönen Erinnerungen lieben ohne die schwierigen Dinge zu vergessen.

00:08:51: Man kann den eigenen Anteil sehen ohne die gesamte Schuld alleine tragen zu müssen.

00:08:56: Und man kann sich nach jemandem sehen, ohne automatisch wieder genau dorthin zurückzubohlen wo man einmal war.

00:09:06: Vielleicht vermisst man nicht die ganze Beziehung vielleicht vermisst man bestimmte Momente das Gefühl verstanden zu werden Die Vertrautheit Das wissen dass dieser Mensch einmal da war.

00:09:19: Vielleicht vermisst man auch einfach die Möglichkeit, dass es heute anders sein könnte.

00:09:24: Dass man sich noch einmal begegnet mehr nicht mehr als die Menschen von damals sondern als sie Frauen, die inzwischen aus ihnen geworden sind.

00:09:34: Denn wahrscheinlich könnte man nicht einfach dort weitermachen, wo man irgendwann aufgehört hat.

00:09:39: Dafür ist zu viel passiert!

00:09:41: Jahre lassen sich nicht überspringen.

00:09:43: Menschen verändern sich, bauen sich neue Leben auf und sammeln Erfahrungen bei denen der andere nicht mehr dabei war.

00:09:51: Man müsste sich heute wohl neu kennenlernen – und vielleicht würde man damit merken das noch etwas da ist?

00:09:57: Nicht mehr dasselbe aber vielleicht etwas Neues….

00:10:01: Vielleicht würde man aber auch feststellen, dass die gemeinsame Zeit wirklich vorbei ist.

00:10:06: Und dieser Gedanke tut weh.

00:10:09: Doch manchmal tut es auch weh gar nichts zu wissen!

00:10:12: Ich habe keine kluge Lösung für diese Folge – ich kann euch nicht sagen ob man sich immer melden sollte oder ob manche Türen besser geschlossen bleiben….

00:10:22: Ich kann euch auch nicht versprechen, dass eine ehrliche Nachricht irgendetwas wieder gutmacht.

00:10:27: Das hier ist schließlich aus Versehen.

00:10:29: autoren und nicht Angela hat das Leben verstanden!

00:10:32: Für diesen Podcast würde mir vermutlich schon nach der Einleitung das Material fehlen.

00:10:40: Ich weiß nur, dass man einen Menschen vermissen darf – auch wenn viel Zeit vergangen heißt.

00:10:46: Man darf dankbar für eine Freundschaft sein und gleichzeitig traurig darüber, dass sie nicht geblieben.

00:10:51: Man darf sich nach dem alten Wir sehen, obwohl man weiß, dass es genau so nicht wieder zurückbekommen wird.

00:10:58: Und man darf Angst davor haben den ersten Schritt zu machen!

00:11:02: Vielleicht braucht es keine lange Nachricht?

00:11:05: Keine Aufarbeitung sämtlicher

00:11:06: Jahre?!

00:11:07: Keine Vorwürfe und auch nicht die Erwartung, dass danach sofort wieder alles wie früher wird.

00:11:13: Vielleicht reicht irgendwann ein ehrlicher Satz – ich musste in letzter Zeit öfter an dich denken… und manchmal pfälzte

00:11:20: mir.".

00:11:21: Nicht als Forderung, nicht als versuchte Vergangenheitsrückzungen.

00:11:25: Nur als Wahrheit!

00:11:26: Und falls diese Nachricht niemals abgeschickt wird, war das Gefühl trotzdem echt?

00:11:31: Nicht jedes Vermissen verlangt sofort nach einer Handlung – manchmal möchte die Sehnsucht einfach nur für einen Moment gesehen werden.

00:11:38: Vielleicht erinnert sie uns daran, dass dieser Mensch wichtig war… Dass etwas zwischen uns existiert hat, dass ein Teil von uns bis heute

00:11:45: begleitet.".

00:11:47: Ich möchte diese Freundschaft nicht kleinreden, nur weil sie heute nicht mehr besteht.

00:11:51: Ich möchte auch nicht behaupten Sie wäre mir egal, nur bei wie längst getrennte Leben fühlen!

00:11:57: Sie fehlt mir manchmal oder vielmehr wir fehlen mir – das ist wahrscheinlich der ehrlichste Satz den ich dazu sagen kann.

00:12:05: Vielleicht kennt ihr auch so einen Menschen, jemanden dessen Namen ihr sofort mit bestimmten Liedern, Orten und Erinnerungen verbindet einen Menschen, mit dem ihr früher alles erzählt habt und von dem ihr heute nur noch gedehentlich etwas seht.

00:12:19: Vielleicht denkt ihr manchmal ebenfalls das müsst ich dir eigentlich erzählen?

00:12:25: Dann dürft ihr dieses Gefühl heute einfach einmal da sein lassen!

00:12:28: Ihr müsst nicht sofort eine perfekte Nachricht schreiben – ihr müsst nicht wissen was ihr euch von einem neuen Kontakt erhofft und ihr müsst auch nicht so tun als wäre das alles längst abgeschlossen.

00:12:40: Manche Menschen hinterlassen einen Platz in unserem Leben.

00:12:43: Auch wenn sie ihn nicht mehr ausführen, verschwindet er nicht vollständig.

00:12:49: Vielleicht begegnet man sich irgendwann wieder?

00:12:51: Vielleicht spricht man miteinander und merkt dass die Vertrautheit noch irgendwo da ist?

00:12:56: Vielleicht lernt man sich neu kennen oder vielleicht bleibt nur eine schöne Erinnerung im kleinen Ziehen im Herzen.

00:13:04: auch das darf sein Denn Freundschaften müssen nicht für immer halten, um für immer Teil von uns zu bleiben.

00:13:13: In diesem Sinne denkt heute vielleicht einmal an einen Menschen der ein Stück eures Weges begleitet hat und wenn die Sehnsucht kickt schiebt sie nicht sofort weg!

00:13:23: Vielleicht möchte sie euch gar nicht zurück in die Vergangenheit ziehen?

00:13:27: Vielleicht möchte Sie Euch nur daran erinnern dass diese Verbindung wirklich wichtig war.

00:13:32: Habt einen wunderschönen Sonntagabend.

00:13:34: passt auf euch auf und auch auf die Menschen, die ihr im Herzen tragt.

00:13:39: Danke, dass Ihr heute wieder eingeschaltet und mitzugehört habt!

00:13:43: Und vielleicht schreibt Ihr diesen einen kleinen Satz?

00:13:46: Hey – ich musste heute an Dich denken.

00:13:50: Wer weiß….

00:13:51: Vielleicht mache ich es irgendwann auch...

Über diesen Podcast

Zwischen Licht und Chaos entstehen Geschichten.

Ich bin Angi. Autorin, Chaos-Mama und Träumerin zwischen Alltag und Fantasie.

In diesem Podcast nehme ich dich mit in meine Welt:
zwischen echten Momenten, Gedanken, Gefühlen und den Geschichten, die daraus entstehen.

Mal leise, immer ehrlich, mal mit einem Augenzwinkern.
Und immer echt.

Hier geht es nicht um Perfektion.
Sondern um das, was dazwischenliegt:
Leben, Schreiben, Chaos und ein bisschen Licht.

Willkommen in meinen Geschichten.

von und mit Angela Ostermann

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